Martinskirchengemeinde

Ein Führer durch die Martinskirche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Martinskirche lebt
 

Viele kennen das kleine grüne Heft „Martinskirche Pfullingen“, etwa so groß wie ein Vokabelheft. Auf der Titelseite sieht man die Martinskirche mitsamt dem Marktplatz und dem Rathaus aus der Vogelperspektive. 1986 hatte die Martinskirchengemeinde den kleinen Kirchenführer herausgegeben, damals maßgeblich von Pfarrer Hans Dieter Schaible erarbeitet.

Dieser Kirchenführer ist seit einiger Zeit vergriffen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die damals noch nicht zugänglich waren, haben eine Neubearbeitung notwendig gemacht. Ein Redaktionsteam, bestehend aus Helmut Schwarz, Martin Fink und Martin Sauer, hat dieses Projekt vorangetrieben. Am Reformationstag wird der neue Kirchenführer „Die Martinskirche in Pfullingen“ öffentlich vorgestellt. Mit diesem kleinen Büchlein in der Hand kann man in die Martinskirche hineingehen. Der Aufbau folgt den Schritten, die die Besucherin oder der Besucher geht.

Nach einem Blick in die Baugeschichte betritt man den Kirchenraum, der Ort, an dem die Gemeinde Gottesdienst feiert. Rechts fällt der Blick auf den großen Taufstein. Das Büchlein nennt nicht nur die Maße dieses großen Steins, sondern beschreibt auch die Bedeutung der Taufe und erklärt die Bilder der Jona-Geschichte, die der Künstler Ulrich Henn für das Taufbecken auf dem alten Stein schuf. Über dem Taufstein hängt das Epitaph der Familie Johann Mayer, vielleicht das wertvollste Stück Kunstgeschichte in der Martinskirche. Detailaufnahmen erfassen auch Kleinigkeiten, die mit dem bloßen Auge kaum auffallen. Und wollten Sie nicht schon immer einmal wissen, wie die Kinder des Ehepaars Mayer hießen? Der Kirchenführer kennt die Namen.

Auf der linken Stirnseite des Kirchenschiffs hängt die Predella an der Wand, neben der Kanzel. Die Predella war der Unterbau eines Flügelaltars. Sie ist als einziges erhalten geblieben. Sie zeigt Jesus und die Apostel. Wir haben uns bemüht, alle mit Namen zu identifizieren. Bei manchen sind die Attribute aber nicht eindeutig zuzuordnen.

Wendet sich die Besucherin oder der Besucher um, erblickt man die Orgel. 2859 Pfeifen machen Musik. Der älteste Hinweis auf eine Orgel in der Martinskirche stammt übrigens aus dem Jahr 1640. Wie es dem Organisten Konrad Müller damals ging, können Sie im Kirchenführer nachlesen.

Von der Orgel aus geht es in den Turm hinauf. Dort hängen die vier Glocken. Dort steht auch noch das alte Uhrwerk. Weil man da selten hinaufkommt, druckt der Kirchenführer ein Foto ab. Außerdem werden die vier Glocken im einzelnen beschrieben. Wissen Sie, welchen Choral die vier Töne der Glocken anstimmen?

Der Besuch der Martinskirche geht weiter im Chorraum. Die Glasfenster sind gemaltes Evangelium. Die neueren Fenster von Hans Gottfried von Stockhausen, 1968 entworfen, sind in allen Einzelheiten beschrieben. Der Künstler erinnert sich noch gut an diese Arbeit und hat extra für den Kirchenführer einige Sätze dazu geschrieben.

„Mit dem mittleren Chorfenster von Rudolf Yelin dem Älteren [ist] dankenswer-terweise eine der wenigen Glasmalereien dieses bedeutenden württembergischen Künstlers erhalten geblieben ...  Die mir gestellte Aufgabe, diesem Fenster zu beiden Seiten etwas 'Zeitgenössisches' hinzuzufügen, konnte aus meiner Sicht nur theologischen Inhaltes sein. Der Bergpredigt im Yelinfenster, hier in einer 'schönen Selbstverständlichkeit' erzählend dargestellt, wollte ich mit nachzudenkenden biblischen Bildandeutungen 'aktuelle' Sinnbezüge zur Seite stellen. Mit der Bergpredigt, der Liebeskraft des Glaubens, wird gewissermaßen eine Gebrauchsanweisung des Glaubenkönnens angezeigt.“

Am Schluss widmet sich der Kirchenführer dem Namenspatron der Kirche, dem Heiligen Martin. Drei Mal ist er in der Kirche abgebildet. Wo, wird hier aber nicht verraten.

Die Erstellung des Kirchenführers wurde ermöglicht durch eine großzügige Spende eines Gemeindeglieds. Dafür sagen wir auch an dieser Stelle herzlichen Dank! Herzlichen Dank auch der Stadt Pfullingen: die Feuerwehr mit ihrer Drehleiter und der Bauhof mit einem Steiger haben uns manche Fotoaufnahmen erst gestattet.

Der größte Dank gilt Martin Fink, der die meisten Texte erarbeitet und geschrieben hat. Weil er sehr viel mehr Material erarbeitet hat, als in dem kleinen Büchlein unterzubringen war, werden wir eine ausführlichere Version des Kirchenführers auf unserer Homepage zur Verfügung stellen.

Der Kirchenführer kann im Gemeindebüro und bei der Buchhandlung Fischmann erworben werden. Der Verkaufspreis beträgt 4 Euro.